Fragen und Antworten

Entstehen dem Kita-Träger weitere Folgekosten – abgesehen von den Kosten für die Implementierung?

Mit der Implementierung sind die pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen auf die Aufgabe vorbereitet, Sprachförderung nach dem Konzept von „Sprache macht stark! Kita-Team“ durchzuführen. Sprachförderung wird zu einem wesentlichen Teil der Konzeption der Einrichtung und damit dauerhaft in der täglichen pädagogischen Arbeit verankert. Um das Förderangebot in der Kindertagesstätte zu stärken, besteht im Rahmen von „Erreichtes verstärken“ [Link] die Möglichkeit, weitere Fachkräfte nach zu schulen und an Nachhaltigkeitsmaßnahmen teilzunehmen

 

Die Umsetzung des Konzeptes fordert umfangreiche Personalressourcen. Wie kann ich die Kontinuität für dieses Projekt sichern, wenn wir schon im Gruppenalltag häufig in Personalnot geraten?

Die Entscheidung für „Sprache macht stark! Kita-Team“ ist eine Prioritätensetzung. Sprachförderung für die neuen Kinder in ihrer Einrichtung wird damit zu einem Schwerpunkt, der auch eine entsprechende Personaleinsatzplanung erfordert. Der Nutzen aus der Sprachförderung wiegt jedoch die Herausforderungen auf, die Ihnen anfangs begegnen, da sich die Kinder insgesamt wesentlich schneller und einfacher in die Kindertagesstätte integrieren und sich dort auch schnell wohlfühlen.

 

Ich würde sehr gerne an der Implementierung teilnehmen, meine Kindertagesstätte hat aber keine geeigneten Räumlichkeiten für die Sprachförderung. Was kann ich tun?

Für die Kleingruppen reichen kleinere Nebenräume. Wichtig ist, dass Sie im Team klare Absprachen treffen, wann der Raum für welchen Zweck genutzt wird, und Doppelbelegungen vermeiden. Wenn Ihnen für die Eltern-Kind-Gruppen keine großen Räume in der Einrichtung zur Verfügung stehen, überlegen Sie, ob Sie Räumlichkeiten in der näheren Umgebung der Kindertagesstätte (Spielhaus, Gemeindesaal, Nachbareinrichtung) nutzen können.

 

Sprachförderung findet bei uns schon im Rahmen des Landesprogramms statt. Wird damit die Landesförderung überflüssig?

Sprachförderung im Rahmen des Landesprogramms wird nicht überflüssig. Die frühe Förderung ergänzt das Angebot und wird wahrnehmbare positive Effekte auf das Sprachvermögen der Kinder haben. Zur altersgemäßen Entwicklung können kontinuierliche Sprachförderangebote notwendig sein. Diese sollten aufeinander aufbauen und inhaltlich und methodisch an das Konzept der vorangegangenen Förderung im Rahmen von „Sprache macht stark! Kita-Team“ anknüpfen.

 

Wie passen andere Sprachförderkonzepte, die wir schon durchführen, mit der Konzeption von "Sprache macht stark! Kita-Team" zusammen?

Jede sprachlich begleitete intensive Interaktion mit Kindern hat einen positiven Effekt auf ihre sprachliche Entwicklung. Bei "Sprache macht stark! Kita-Team" geht es darum, den Kindern eine sprachliche Basis zu ermöglichen, damit sie am Bildungsangebot der Einrichtung aktiv teilnehmen können. Nach dem ersten Förderjahr sind vor allem die Kinder mit Deutsch als Zweitsprache unter Umständen noch nicht so weit, dass auf eine Weiterförderung verzichtet werden kann. Viele Kinder werden von einer zielgerichteten Förderung bestimmter sprachlicher Bereiche auch im zweiten und dritten Kita-Jahr profitieren. Das Angebot muss bedarfsgerecht aufeinander abgestimmt sein.

 

Wie lässt sich "Sprache macht stark! Kita-Team" mit dem Situationsansatz vereinbaren?

Die Sprachförderung nach dem Konzept von Sprache macht stark! ermöglicht den Kindern eine aktive Teilhabe an den Bildungsangeboten der Einrichtung, sie lernen, ihre Bedürfnisse und Wünsche sprachlich zu artikulieren. Die Förderung erfolgt in Form von altersgerechten Spielen und in natürlichen Kommunikationssituationen zu Themen, die die Kinder dieser Altersgruppe bewegen. Durch die individuellen Gestaltungsmöglichkeiten der Förderangebote unter aktiver Beteiligung der Kinder werden wesentliche Prinzipien des Situationsansatzes erfüllt. Ansprechende Aktivitäten ermöglichen das Lernen in realen Lebenssituationen mit echten Gegenständen. Dadurch erwerben die Zwei- bis Vierjährigen bei "Sprache macht stark! Kita-Team" langfristig die (sprachlichen) Grundlagen zur Partizipation und aktiven Aneignung ihrer Lebenswelt. Wesentlich ist, dass die Sprachförderkräfte immer wieder die Chancen der Verknüpfung der Sprachförderung mit realen Lebenssituationen der Kinder reflektieren und nutzen.

In unserer Einrichtung sind die meisten Eltern berufstätig und werden wahrscheinlich nicht an den Eltern-Kind-Gruppen teilnehmen können. Gibt es dazu Erfahrungen?

Unsere Erfahrungen zeigen, dass man auch berufstätige Eltern gewinnen kann, an den Eltern-Kind-Gruppen teilzunehmen, wenn Sie den individuellen Nutzen für sich und ihre Kinder konkret erfahren und spüren. Hinsichtlich der Organisation, vor allem der zeitlichen Verankerung des Angebots, kann eine Regelung getroffen werden, bei der möglichst viele Eltern daran teilnehmen können. Im Rahmen der Fortbildungen und des Coachings werden Sie über die bisherigen Ansätze und o.g. Erfahrungen informiert.

Ist der Zeitpunkt mit zwei/drei Jahren nicht zu früh für gezielte Sprachfördermaßnahmen? Kinder sollten sich doch erst an ihr neues Umfeld gewöhnen!

Im Gegenteil. Erfahrungen zeigen, dass sprachliche Barrieren gerade zu Unsicherheit führen und das Gefühl des Fremdseins noch verstärken. Nimmt man die neuen Kinder an die Hand und unterstützt sie bei den ersten sprachlichen Erkundungen in der Einrichtung, so erleichtert man ihnen den Einstieg in den neuen Lebensabschnitt. Im Konzept von "Sprache macht stark! Kita-Team" geht es darum, gemeinsam mit den Eltern eine sprachliche Brücke von der Familie in die Kita aufzubauen. Zudem sind Kinder im Alter von zwei bis vier Jahren fasziniert von Sprache und Sprachen sowie hoch motivierte Lerner.

An welchen sprachlichen Ebenen setzt die Sprachförderung nach "Sprache macht stark! Kita-Team" an?

Die Förderung erfolgt in alltäglichen kommunikativen Situationen, zielt auf eine Erweiterung des Wortschatzes und gleichzeitig auf die Unterstützung beim natürlichen (ungesteuerten) Erwerb der Grundstrukturen der deutschen Sprache. Aktuelle Ergebnisse der Spracherwerbsforschung zeigen, dass Kinder im Alter von drei Jahren, die Deutsch als Zweitsprache erwerben, im Wesentlichen den gleichen Erwerbsverlauf aufweisen wie beim Erwerb von Deutsch als Erstsprache. Daher muss ihnen ein verstärktes Sprachangebot unterbreitet werden, damit der Erwerbsprozess in Gang kommen kann.

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