Leitgedanke

In den letzten 15 Jahren hat sich im Bereich der Pädagogik, der Psychologie und den Gesundheitswissenschaften ein deutlicher Wechsel der Blickrichtung vollzogen: Neben einer grundlegenden Beachtung kindlicher Ressourcen sind auch Schutz- gegenüber Defizit- und Risikofaktoren in den Vordergrund gerückt. Es wird stärker danach geschaut, welche Faktoren Kinder grundsätzlich (seelisch) gesund erhalten.

Der wichtigste Schutzfaktor für eine seelisch gesunde Entwicklung ist die sichere Beziehung zu einer erwachsenen Bezugsperson. Diese Person – es sind im optimalen Fall die Eltern, können aber auch Verwandte oder pädagogische Fachkräfte sein – gibt dem Kind Halt und Sicherheit, ermutigt und fördert es.

 

 

 

 

 

Logo: Kinder stärken
Darüber hinaus lassen sich auf der Ebene des Kindes selbst (personale Ebene) aus verschiedenen Forschungsergebnissen sechs Resilienz- oder übergeordnete Schutzfaktoren identifizieren. Diese sind im Sinne einer Operationalisierung des Resilienzkonzeptes handlungsleitend für das Projekt „Kinder Stärken! - Förderung von Resilienz und seelischer Gesundheit in Kindertageseinrichtungen“. Auf der Grundlage dieser Resilienzfaktoren ist es möglich, gezielte Angebote für Kinder zu entwickeln und diese wissenschaftlich zu begleiten.

Die folgende Auflistung der Resilienzfaktoren ist ein Auszug von der Homepage  resilienz-freiburg.de:

 

1. Selbstwahrnehmung

Im Vordergrund einer guten Selbstwahrnehmung steht die ganzheitliche und adäquate Wahrnehmung der eigenen Emotionen und Gedanken. Gleichzeitig ist es wichtig, sich selbst dabei zu reflektieren, d.h. , sich zu sich selbst in Beziehung setzen zu können und andere Personen ebenfalls angemessen wahrzunehmen und sich im Verhältnis zu ihrer Sichtweise zu setzen (Fremdwahrnehmung).
(Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S. 43)

 

2. Selbststeuerungsfähigkeit

Resiliente Kinder können sich und ihre Gefühlszustände selbstständig regulieren bzw. kontrollieren; sie wissen, was ihnen hilft, um sich selber zu beruhigen, und wo sie sich ggf. Hilfe holen können; sie kennen Handlungsalternativen und Strategien zur Selbstberuhigung. Resiliente Kinder haben gelernt, innere Anforderungen zu bewältigen und ihnen zu begegnen.

(Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S. 46)

 

3. Selbstwirksamkeitsüberzeugung

Resiliente Kinder kennen ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten und sind stolz darauf; sie können ihre Erfolge auf ihr Handeln beziehen und wissen, welche Strategien und Wege sie zu diesem Ziel gebracht haben; sie können diese Strategien auf andere Situationen übertragen und wissen, welche Auswirkungen ihr Handeln hat und vor allem, dass ihr Handeln auch etwas bewirkt.

(Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S. 48)

 

4. Soziale Kompetenzen

Resiliente Kinder können auf andere Menschen zugehen und Kontakt aufnehmen; sie können sich in andere einfühlen und soziale Situationen einschätzen; sie können sich selbst behaupten, aber auch Konflikte lösen.

(Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S. 51)

 

5. Angemessener Umgang mit Stress

Resiliente Kinder können für sie stressige Situationen einschätzen, d.h. sie erkennen, ob diese für sie zu bewältigen sind, und sie kennen ihre Grenzen; sie kennen Bewältigungsstrategien und können diese anwenden; sie wissen, wie sie sich Unterstützung holen können und wann sie diese brauchen; sie können die Situation reflektieren und bewerten.

(Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2009, S. 52)

 

6. Problemlösekompetenz / kognitive Flexibilität

Resiliente Kinder haben gelernt, sich realistische Ziele zu setzten; sie trauen sich, Probleme direkt anzugehen und kennen dafür Problemlösestrategien; sie sind in der Lage, verschiedene Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln.

(Fröhlich-Gildhoff & Rönnau-Böse, 2011, S. 55)

 

Diese Auflistung der Resilienzfaktoren ist ein Auszug von der Homepage

resilienz-freiburg.de.

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