Praxisbeispiele

 

„Auf der Erde – in der Erde – unter der Erde“

Gemeinsam mit den Kindern haben wir uns ans Werk gemacht, uns das Thema „Auf der Erde – in der Erde – unter der Erde“ zu erschließen. Einen achtsamen Umgang mit der Natur entwickeln und mit dem Rhythmus der Jahreszeiten bekannt werden, waren neben dem Wissenserwerb über Pflanzen, Tiere und Gesetzmäßigkeiten nur einige der Lernziele, die wir uns vorgenommen hatten. Ein Auszug aus dem Projekttagebuch gibt einen kleinen Einblick in verschiedene Lernschritte und dabei gesammelte Erfahrungen. So wollten wir zum Beispiel herausfinden, was keimt und was nicht keimt und haben hierzu verschiedene Experimente mit den Kindern gestartet.

 

Experimente: Gibt es einen Nudelbaum?

Im Rahmen dieses Experimentes bekamen die Kinder unterschiedliche Lebensmittel, Plastikschälchen, Watte und Wasser zur Verfügung gestellt. Jedes Kind konnte auswählen, was es einsetzen wollte. Die Kinder sollten sich vorab überlegen und eine Vermutung anstellen, ob ihr eingepflanztes Lebensmittel wachsen würde. Unter den Lebensmitteln waren auch Gummibärchen, Nudeln und getrocknete Petersilie. Ein Kind wollte unbedingt einen Stein einpflanzen. Wir haben eine Tabelle erstellt, um das Wachsen genau zu beobachten.

 

Auf und ab

Wir haben Feuerbohnen über Nacht in Wasser eingelegt. Am nächsten Tag wurden sie in Gläsern mit Küchenpapier „eingesperrt”. Was passiert? Bleibt das Küchenpapier immer feucht, dann zeigt sich nach kurzer Zeit ein Trieb. Man kann beobachten, dass die Wurzeln immer nach unten und die Triebe immer nach oben wachsen wollen. Ein Kind sagte dazu: „Oh, die können ja gar nicht raus, aber sie wollen. Das siehst du doch.“

 

 

Logo: Natur Pur
Foto: Praxisbeispiele

Naturerlebnisse: Wo kommen Bäume her?

Beim Spielen im Sandkasten entdeckten wir Keimlinge von einem Ahornbaum. Wir unterhielten uns darüber, dass bei Erschütterungen im Sandkasten die gegrabenen Tunnel immer einstürzen. Ein Kind meinte: „Deshalb gehen auch Straßen und Autobahnen kaputt.“ Die Kinder überlegten: „Was baut der Mensch und was baut die Natur?“ Ein Mädchen meinte: „Bäume gibt es nur, wenn Menschen sie pflanzen bzw. säen.“ Wir fanden im hinteren Gelände einen Baum, um den die gleichen Sprösslinge wachsen. Gemeinsam setzten wir einen Sprössling in einen Becher mit Erde, um ihn zu beobachten.

 

Und das haben wir unter anderem herausgefunden:

  • Es gibt Dinge, die keimen, und andere, die keimen nicht.
  • Verarbeitete Produkte wie Nudeln und Gummibärchen oder getrocknete Petersilie keimen nicht.
  • Wurzeln wachsen immer nach unten und Triebe wachsen nach oben.
  • Pflanzen brauchen Wasser, Licht und Erde, um wachsen zu können.

 

Wir konnten beobachten, dass die Kinder von Anfang an mit viel Freude und großem Interesse an diesem Projekt beteiligt waren. Im Alltag zeigte sich, dass die Kinder verantwortungsbewusste Aufgaben, wie z. B. Gießen, übernommen und sorgfältig durchgeführt haben. Insgesamt zeigte sich auch, dass die Kinder sorgsamer mit ihrer natürlichen Umgebung umgehen.