Umsetzung

„Vom Klein-Sein zum Einstein“ ermöglicht es, Kindern früh ihrer Begeisterung für naturwissenschaftliche Themen nachzugehen. Hierzu werden die pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten weitergebildet, Eltern-Kind-Workshops durchgeführt und Lernwerkstätten eingerichtet.

Die pädagogischen Fachkräfte werden in entwicklungspsychologische und pädagogische Erkenntnisse zum naturwissenschaftlichen Denken bei Kindern eingeführt und darin unterstützt, selbst für ausgewählte Phänomenbereiche Lerneinheiten zu entwickeln. Diese Fortbildungen helfen dabei, Berührungsängste zu überwinden, und ermutigen dazu, eigene Bildungskonzepte im Team umzusetzen.

 

 

Logo: Vom Klein-Sein zum Einstein

Auch die Eltern werden in die Projektarbeit einbezogen. Sie werden über die laufenden Bildungskonzepte und den Projektverlauf regelmäßig informiert und erhalten darüber hinaus in Eltern-Kind-Workshops Anregungen dazu, wie sie die Lernerfahrungen ihrer Kinder im Alltag zu Hause unterstützen können und auch zu Hause mit ihren Kindern zu experimentieren. So gelingt es, die Lernprozesse in der Kindertagesstätte mit dem Alltag zu Hause in Verbindung zu bringen und zu vertiefen.

 

Um die Lernprozesse in den Kita zu unterstützen, werden im Projekt, abgestimmt auf den spezifischen Bedarf, Lernwerkstätten eingerichtet. Lernwerkstätten sind Orte, an denen Kinder mit unterschiedlichen Interessen und Voraussetzungen mit bereitgestellten Materialien mit allen Sinnen forschen, entdecken, spielen und reflektieren können.

 

 

Wie lässt sich „Vom Klein-Sein zum Einstein“ mit dem Situationsansatz vereinbaren?

Die Kinder experimentieren selbständig und machen dabei viele Lernerfahrungen. Es ergeben sich Ideen und Fragen, die dann von den pädagogischen Fachkräften aufgegriffen werden. Beispiele sind hier das statische Aufladen der Haare, wenn Kinder ihre Mütze abziehen, Wasserspiele im Waschraum, Schneeschmelze in der Gruppe, Butterbrottüten knallen, Papierflieger oder auch die warme Luft, die über der Heizung aufsteigt. Die pädagogischen Fachkräfte orientieren sich an der Lebenswelt der Kinder.

 

Die pädagogischen Fachkräfte schauen mit der Zeit durch eine „naturwissenschaftliche Brille“, die es ihnen ermöglicht, die Lernumgebung für die Kinder anregungsreich zu gestalten. Das selbständige Experimentieren und Ausprobieren und die Beteiligung der Kinder bei der Raumgestaltung sind wesentliche Kennzeichen des Situationsansatzes. Regeln für die Lernwerkstatt und das Experimentieren werden gemeinsam mit den Kindern aufgestellt und reflektiert.

Visual: Vom Klein-Sein zum Einstein

Leuchtturmprojekt der Wissensfabrik

Die beiden Projekte („Erzählwerkstatt“ und „Vom Klein-Sein zum Einstein“) können mittlerweile deutschlandweit von Mitgliedsunternehmen der Wissensfabrik in Kindertagesstätten umgesetzt werden.

 

2005 haben neun deutsche Unternehmen, darunter BASF SE, Bosch, TRUMPF und ThyssenKrupp, die Wissensfabrik als gemeinnützigen Verein gegründet. Mittlerweile machen sich über 90 deutsche Unternehmen und unternehmensnahe Stiftungen in dem Netzwerk für mehr Bildung und Unternehmertum in Deutschland stark. Im Rahmen von mehr als 2.300 Bildungspartnerschaften engagiert sich die Wissensfabrik für die Vermittlung von Naturwissenschaften, Technik und Wirtschaft. Einen Schwerpunkt bildet die frühkindliche Bildung, also die Zusammenarbeit mit Kindergärten und Grundschulen. Mit ihrem Engagement im Bereich Unternehmertum unterstützt die Wissensfabrik junge Gründer im Rahmen eines Mentorenprogramms bei der Umsetzung ihrer Geschäftsideen. Gemeinsam mit dem Handelsblatt veranstaltet die Wissensfabrik seit 2007 außerdem den Gründerwettbewerb WECONOMY.

 

Mehr zur Wissensfabrik

 

Insbesondere der Bedeutung der eigenen Aktivität wird im Projekt Rechnung getragen, da dies für die Entwicklung und Entfaltung der Kinder entscheidend ist. So werden die Kinder nicht mit „Wissen“ und „Fakten“ überschüttet, sondern vielmehr dazu motiviert, Antworten selbst herauszufinden und Sinnzusammenhänge zu erfassen. Dadurch wird der Forschergeist der Kinder geweckt.