Fragen und Antworten

Entstehen mir als Träger weitere Folgekosten, abgesehen von den Kosten für die Projektphase?

Zusätzliche Personalkosten entstehen im Prinzip nicht. Unter Umständen müssten Sie als Träger weitere pädagogische Fachkräfte nachschulen, wenn die ausgebildeten Experten die Einrichtung z. B. aus familiären Gründen verlassen. Für die Nachhaltigkeit wäre es wünschenswert, dass ein Ansprechpartner (z. B. Fachberatung oder Multiplikatoren) für die Kindertagesstätten in Ihrer Trägerschaft auch nach Projektende zur Verfügung steht, um die fachliche Begleitung sicherzustellen. Außerdem wird ein Budget für Dokumentationsmaterialien benötigt, dessen Höhe je nach Anspruch und Möglichkeiten variieren kann. Die Umsetzung des Konzeptes fordert primär Personalressourcen.

Wie kann ich die Kontinuität für dieses Projekt sichern, wenn wir schon im Gruppenalltag häufig in Personalnot geraten?

Die Entscheidung für das Projekt „BeobAchtung und ErziehungsPartnerschaft“ ist eine Prioritätensetzung. Die Zeit, die für die damit verbundenen Aufgaben erforderlich ist, wird jedoch nach einer Lern- und Entwicklungsphase zum Teil dadurch kompensiert, dass die pädagogische Arbeit überdacht und anders organisiert wird. In einer Zeitwerkstatt arbeiten die Fachkräfte daran, wie die vorhandenen Ressourcen optimal zum Wohle der Kinder genutzt werden können. Die wichtigste Voraussetzung zum Gelingen des Projektes ist eine hohe Motivation von Leitung und Team. Auch Kindertagesstätten mit vorübergehenden Personalengpässen können die Projektziele erreichen, sofern die Bereitschaft zum engagierten Arbeiten hoch genug ist.

Was bringt das Projekt für einen Nutzen?

Träger und Kita-Team erbringen den Nachweis, dass sie den Forderungen in den Bildungs- und Erziehungsempfehlungen und im Kindertagesstätten-Gesetz nach stärkenorientierter Beobachtung und Dokumentation und dem Aufbau von Erziehungspartnerschaften entsprechen. Pädagogische Fachkräfte erwerben eine anspruchsvolle Qualifikation, die sie befähigt, die Bildungsarbeit in der Kindertagesstätte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen zu gestalten. Dies stellt gleichzeitig einen wichtigen Aspekt der Qualitätssicherung dar.

Wir nutzen bereits ein anderes Beobachtungsverfahren. Müssen wir dieses jetzt aufgeben?

Die Entscheidung, ob ein bisher eingesetztes Verfahren parallel weitergenutzt werden soll, liegt zunächst beim Team. Das Konzept von „BeobAchtung und ErziehungsPartnerschaft“ basiert auf dem Verständnis, dass Beobachten einen Zugang bereitstellt, um Kinder besser zu verstehen und sie bei der aktiven Aneignung von Wissen und Fähigkeiten zielgerichtet zu unterstützen. Es stellt die kindlichen Stärken und Potenziale in den Mittelpunkt und zielt nicht darauf ab, ein Kind mit Normwerten oder anderen Kindern zu vergleichen. Sobald das Team ausreichend Erfahrung mit den Bildungs- und Lerngeschichten gesammelt hat, sollte gemeinsam erwogen werden, ob die Herangehensweisen miteinander vereinbar sind und sich ergänzen oder ob sich zu starke Differenzen abzeichnen.

Für welche Altersgruppen ist der Beobachtungsansatz geeignet?

Die Bildungs- und Lerngeschichten eignen sich ohne Einschränkung für Kinder bis zum Schuleintritt. Für ältere Kinder wird das Verfahren derzeit weiterentwickelt, damit es den veränderten Lernformen und den im Schulalter anstehenden Entwicklungsaufgaben noch besser gerecht wird. Am sinnvollsten ist es, für jedes Kind gleich mit Eintritt in die Kindertagesstätte ein Portfolio anzulegen, um dessen „Bildungsbiografie“ von Anfang an zu dokumentieren.

Ab wann sollten Eltern einbezogen werden?

Eltern werden von Beginn an über das Projekt, seine Ziele und Fortschritte informiert. Elternvertreter sind eingeladen, an den Projektarbeitstreffen aktiv mitzuwirken. Sobald die ersten Portfolios entstehen, können Eltern durch Fotos, Berichte über für das Kind wichtige Erlebnisse oder Werke ihres Kindes zu deren Gestaltung beitragen und die Entwicklungsgespräche nutzen, um in entspannter Atmosphäre den bisherigen Entwicklungsverlauf und Möglichkeiten der pädagogischen Förderung ihres Kindes zu besprechen.

Was passiert nach Projektende? Wie kann der Projekterfolg längerfristig gesichert werden?

Da alle pädagogischen Fachkräfte ihre Kompetenzen in Beobachtung und Dokumentation, der Unterstützung kindlicher Bildungsprozesse und in der Zusammenarbeit mit Eltern ausgebaut haben, ist die Basis für eine nachhaltige Umsetzung gesichert. Beobachtung und Erziehungspartnerschaft wird – ggf. durch die Formulierung eines Qualitätsstandards – fest im Konzept verankert. Von Projektseite aus wird der Aufbau regionaler Qualitätszirkel unterstützt, in denen Beobachtungsbeauftragte weiter von- und miteinander lernen können.

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