Sprache macht stark!

Die pädagogische Arbeit im Teilprojekt „Sprache macht stark!“

Den Sonderfragebogen zum Teilprojekt „Sprache macht stark!“ beantworteten 92 pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ und 36 Fachkräfte aus Rollout-Kindertagesstätten. 43,5 % (Rollout: 36,1 %) hatten eine spezielle Funktion in dem Teilprojekt (z. B. Sprachförderkraft).

 

Nach Auskunft der pädagogischen Fachkräfte macht sich das Teilprojekt in folgenden Aspekten der pädagogischen Arbeit bemerkbar: 89,1 % der Fachkräfte in Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ stellen nach Abschluss des Teilprojektes fest, der Erstsprache der Kinder mit Wertschätzung zu begegnen (Rollout: 86,1 %), 82,6 % berichten, den pädagogischen Alltag mit vielfältigen Sprach- und Kommunikationsangeboten zu gestalten (Rollout: 83,3 %). Rund drei Viertel der Fachkräfte geben an, den Spracherwerbsprozess der Kinder mit Migrationshintergrund mit Hilfe der Konzeptbausteine von „Sprache macht stark!“ zu fördern (78,3 % bzw. 75,0 %) und/oder den Spracherwerbsprozess der Kinder aus sozial benachteiligten Familien zu stärken (72,8 % bzw. 44,4 %8).

 

Mehr als die Hälfte der pädagogischen Fachkräfte unterstützt nach eigener Einschätzung die Eltern in ihrer Rolle als Sprachvorbilder (64,1 % bzw. 55,6 %), bezieht die Eltern in das Sprachförderkonzept aktiv ein (63,0 % bzw. 61,1 %), dokumentiert regelmäßig die Entwicklungsfortschritte der Kinder (56,5 % bzw. 63,9 %) und nutzt regelmäßig die Materialien für „Sprache macht stark!“ (55,4 % bzw. 47,2 %).

 

87,8 % (bzw. 95,8 %) der pädagogischen Fachkräfte geben an, dass sich ihre Kenntnisse durch die Fortbildungen erweitert bzw. vertieft haben. Dies ist vor dem Hintergrund zu sehen, dass der Kenntnisstand zum Erstspracherwerb nach eigenen Angaben bereits relativ groß war. 45,7 % der Fachkräfte in Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ und 41,7 % in Rollout-Kindertagesstätten gaben an, bereits vor dem Teilprojekt große Kenntnisse gehabt zu haben. Beim Zweitspracherwerb waren diese Kenntnisse nach eigenen Angaben geringer. Nur 37,0 % („Offensive Bildung“) bzw. 38,9 % (Rollout) hatten bereits vor dem Teilprojekt schon große Kenntnisse beim Zweitspracherwerb.

 

 

Selbsteinschätzung der pädagogischen Fachkräfte
(Mehrfachnennungen möglich)

 

„Offensive Bildung“

„Rollout“

Ich begegne der Erstsprache der Kinder mit Wertschätzung.

89,1 %

86,1 %

Die Fortbildungen haben meine Kenntnisse erweitert bzw. vertieft.

87,8 %

95,8 %

Ich gestalte meinen pädagogischen Alltag mit vielfältigen Sprach- und Kommunikationsangeboten.

82,6 %

83,3 %

Ich stärke den Spracherwerbsprozess der Kinder mit Migrationshintergrund mit Hilfe der Konzeptbausteine von “Sprache macht stark!“.

78,3 %

75,0 %

Mit dem Sprachförderkonzept von „Sprache macht stark!“ unterstütze ich Kinder und Eltern beim Übergang von der Familie in die Kindertagesstätte.

72,8 %

58,3 %

Ich stärke den Spracherwerbsprozess der Kinder aus sozial benachteiligten Familien mit Hilfe der Konzeptbausteine von “Sprache macht stark!“.

72,8 %

44,4 %

Ich fördere den Spracherwerb individuell und differenziert in Kleingruppen.

70,7 %

61,1 %

Ich unterstütze die Eltern in ihrer Rolle als Sprachvorbilder.

64,1 %

55,6 %

Ich beziehe Eltern in das Sprachförderkonzept aktiv ein.

63,0 %

61,1 %

Ich dokumentiere regelmäßig die Entwicklungsfortschritte der Kinder.

56,5 %

63,9 %

Ich nutze regelmäßig die Materialien für „Sprache macht stark!“.

55,4 %

47,2 %

Mein Kenntnisstand zum Erstspracherwerb war bereits vor dem Projekt sehr groß.

45,7 %

41,7 %

Mein Kenntnisstand zum Zweitspracherwerb und zu Fragen der Mehrsprachigkeit war bereits vor dem Projekt sehr groß.

37,0 %

38,9 %

Ich führe regelmäßig Eltern-Kind-Gruppen durch.

20,7 %

19,4 %

 

 

Wirkungen des Teilprojekte „Sprache macht stark!

Für die rückblickende Bewertung des Teilprojektes „Sprache macht stark!“ wurden die pädagogischen Fachkräfte gebeten, Aussagen auf einer Skala von 1 („trifft voll und ganz zu“) bis 5 („trifft gar nicht zu“) zu bewerten. Die Einschätzung der Fachkräfte bezog sich auf ihre persönlichen Erfahrungen und auf die (damalige) Einrichtung, in der diese Erfahrungen gemacht wurden.

 

Die größte Zustimmung bekam die Aussage „Ich würde das Teilprojekt anderen Kindertagesstätten weiterempfehlen“ (Mittelwert: 1,89 bzw. 1,43). Auch der Aussage „Ich persönlich habe von dem Teilprojekt profitiert“ stimmen viele pädagogische Fachkräfte zu (1,97 bzw. 1,81). Das Teilprojekt „Sprache macht stark!“ hat offensichtlich zu deutlichen Veränderungen in der Arbeit geführt (2,25 bzw. 2,31). Insgesamt waren die Fachkräfte zufrieden mit dem Verlauf des Teilprojektes (2,23 bzw. 2,10), mit der fachlichen Begleitung (2,32 bzw. 1,81) sowie mit dem Vorhaben des Teams, das Teilprojekt nachhaltig zu verankern (2,36 bzw. 2,41). Auch hat sich nach Ansicht vieler Fachkräfte die Qualität der Arbeit durch das Teilprojekt verbessert (2,52 bzw. 2,16).

 

Während sich die Zusammenarbeit mit Eltern durch das Teilprojekt verbessert hat (2,83 bzw. 2,11) und auch (geringere) Effekte auf die Teamarbeit verzeichnet werden (2,90 bzw. 2,59), wirkte sich das Teilprojekt nur wenig auf die Zusammenarbeit mit der Schule aus (3,96 bzw. 3,82).

 

 

8 Die deutliche Abweichung in Rollout-Kindertagesstätten ist möglicherweise darauf zurückzuführen, dass die Kindertagesstätten insgesamt einen deutlich geringeren Anteil von Kindern aus sozial benachteiligten Familien haben.