BeobAchtung und ErziehungsPartnerschaft

Die pädagogische Arbeit im Teilprojekt „BeobAchtung und ErziehungsPartnerschaft“

Den Sonderfragebogen zum Teilprojekt „BeobAchtung und ErziehungsPartnerschaft“ beantworteten 169 pädagogische Fachkräfte aus Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ und 189 Fachkräfte aus Rollout-Kindertagesstätten. 28,4 % (bzw. 36,5 % im Rollout) hatten eine spezielle Funktion in dem Teilprojekt (z. B. Beobachtungsbeauftragte).

 

Die Gesamtevaluation ergab, dass wichtige Ziele des Teilprojektes sowohl in den Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ als auch in den Rollout-Kindertagesstätten umgesetzt wurden. Die überwiegende Mehrheit der pädagogischen Fachkräfte stellt fest, dass Beobachtungen (85,8 % bzw. 93,1 %7 und Dokumentationen (81,7 % bzw. 85,7 %) fester Bestandteil ihrer pädagogischen Arbeit sind. Sie tauschen sich im Team regelmäßig über Beobachtungen aus (70,4 % bzw. 85,2 %), nutzen Dokumentationen regelmäßig für Elterngespräche (74,0 % bzw. 83,1 %) und beziehen die Kinder regelmäßig in die Portfolioarbeit ein (74,0 % bzw. 76,2 %).

 

In der Selbsteinschätzung kommen neun von zehn pädagogischen Fachkräften (91,7 % bzw. 95,2 %) zu dem Schluss, dass die Fortbildungen ihre Fachkenntnisse vertieft haben. Acht von zehn Fachkräften (80,5 % bzw. 85,2 %) stellen fest, dass sich ihre Einstellung zu Beobachtung und Dokumentation verändert hat.

 

Die meisten pädagogischen Fachkräfte (63,3 % bzw. 70,4 %) arbeiten mit den Bildungs- und Lerngeschichten als systematisches Verfahren, 36,7 % bzw. 47,6 % (z. T. zusätzlich) mit anderen Verfahren. Die Durchführung der Beobachtungen ist unterschiedlich. In den Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ halten 79,3 % der Fachkräfte ihre Beobachtungen schriftlich fest, 42,0 % nutzen auch die Videographie. In den Rollout-Kindertagesstätten halten 83,6 % die Beobachtungen schriftlich fest und 67,2 % filmen (zusätzlich) die Beobachtungen.

 

Das Ziel, Kinder in die Beobachtung und Dokumentation einzubeziehen, wird von den meisten Fachkräften nach eigener Einschätzung umgesetzt. 90,5 % der pädagogischen Fachkräfte in den Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“ berichten, dass die Dokumentationen den Kindern (und Eltern) jederzeit zugänglich sind, 59,8 % besprechen regelmäßig mit den Kindern die Beobachtungen und 55,6 % (zusätzlich) über ihre Dokumentationen. In den Rollout-Kindertagesstätten ist die Partizipation ebenfalls hoch. 82,5 % der Fachkräfte geben an, dass die Dokumentationen den Kindern (und Eltern) jederzeit zugänglich sind (darunter sind auch Kindertagesstätten, deren Dokumentation sich noch im Aufbau befindet). 64,0 % sprechen regelmäßig mit den Kindern über die Beobachtungen und 55,6 % (zusätzlich) über die Dokumentationen.

 

 

Selbsteinschätzung der pädagogischen Fachkräfte

 

„Offensive Bildung“

„Rollout“

Die Fortbildungen haben meine Kenntnisse erweitert bzw. vertieft.

91,7 %

95,2 %

Die Dokumentationen sind Kindern und Eltern jederzeit zugänglich.

90,5 %

82,5 %

Beobachtungen sind fester Bestandteil meiner pädagogischen Arbeit.

85,8 %

93,1 %

Dokumentationen (z. B. Portfolios) sind fester Bestandteil meiner Arbeit.

81,7 %

85,7 %

Meine Einstellung zu Beobachtung und Dokumentation hat sich verändert.

80,5 %

85,2 %

Im Team tauschen wir uns regelmäßig über die Beobachtungen aus.

79,3 %

83,6 %

Ich verwende Dokumentationen regelmäßig für Elterngespräche.

74,0 %

83,1 %

Ich beziehe regelmäßig die Kinder in die Portfolioarbeit ein.

74,0 %

76,2 %

Im Team tauschen wir uns regelmäßig über die Beobachtungen aus.

70,4 %

85,2 %

Ich arbeite regelmäßig mit den Bildungs- und Lerngeschichten.

63,3 %

70,4 %

Ich bespreche regelmäßig mit den Kindern die Beobachtungen.

59,8 %

64,0 %

Ich spreche regelmäßig mit den Kindern über ihre Dokumentationen.

55,6 %

55,6 %

Ich halte Beobachtungen videographisch fest.

42,0 %

67,2 %

Ich arbeite (zusätzlich) mit anderen Beobachtungsverfahren (z. B. SISMIK).

36,7 %

47,6 %

 

 

Wirkungen des Teilprojektes „BeobAchtung und ErziehungsPartnerschaft“

Das Teilprojekt hat vielfältige Auswirkungen auf Kenntnisse und Kompetenzen der pädagogischen Fachkräfte. Dies zeigten bereits die projektbegleitenden Evaluationen (vgl. www.offensive-bildung.de). In der vorliegenden Gesamtevaluation ging es um eine rückblickende Bewertung der – teilweise schon länger zurückliegenden – Projekterfahrungen durch die Fachkräfte. Dazu wurden sie gebeten, Aussagen auf einer Skala von 1 („trifft voll und ganz zu“) bis 5 („trifft gar nicht zu“) zu bewerten. Die Einschätzung der Fachkräfte bezog sich dabei auf ihre persönlichen Erfahrungen und auf die (damalige) Kindertagesstätte, in der diese Erfahrungen gemacht wurden.

 

Die größte Zustimmung bekamen die Aussagen „Ich persönlich habe von dem Teilprojekt profitiert“ (Mittelwert: 1,55 bzw. 1,53), „Ich würde das Teilprojekt anderen Kindertagesstätten weiter¬ empfehlen“ (1,63 bzw. 1,76), „Ich war mit der fachlichen Begleitung in dem Teilprojekt zufrieden“ (1,86 bzw. 1,73) und „Das Teilprojekt hat zu deutlichen Veränderungen in meiner Arbeit geführt“ (1,91 bzw. 2,01).

 

Welche Bedeutung das Teilprojekt auch im Rückblick für die pädagogischen Fachkräfte hat, wird aus folgenden Ergebnissen der Gesamtevaluation deutlich: Die pädagogischen Fachkräfte können sich an Schlüsselsituationen und besondere Erfahrungen in dem Teilprojekt erinnern (z. B. einzelne Beobachtungen/Gespräche) (Mittelwert: 2,14 bzw. 1,95). Sie stellen fest, dass sich die Qualität der pädagogischen Arbeit ihrer Einschätzung nach erhöht hat (2,08 bzw. 2,05) und sie es geschafft haben, die Projektinhalte nachhaltig in ihrer pädagogischen Arbeit zu verankern (2,35 bzw. 2,56). Auch sind sie zufrieden mit dem Verlauf des Teilprojektes (2,35 bzw. 2,19). Nur wenige pädagogische Fachkräfte vertreten die Einschätzung, im Teilprojekt nicht so gut vorangekommen zu sein wie gehofft (3,51 bzw. 3,52). Allerdings stimmen die meisten der Aussage zu, dass es in der weiteren Umsetzung der Projektinhalte noch viel zu tun gibt (2,19 bzw. 2,01). Nicht zufrieden sind die pädagogischen Fachkräfte in Bezug auf die Zusammenarbeit mit der Schule. Die Aussage, dass sich diese durch das Teilprojekt verbessert hat, findet nur wenig Zustimmung (3,58 bzw. 4,17).

 

 

7 Die erste Zahl bezieht sich jeweils auf Kindertagesstätten der „Offensive Bildung“, die zweite Zahl auf Kindertagesstätten des Rollout.